Wenn es mir schlecht geht, und das geht es häufig, kommen (gelesene) Worte wie „Du wirst geliebt“, „Du bist wertvoll“ und dergleichen manchmal nicht an. Manchmal machen sie mich sogar sauer weil ich denke, dass sie nicht stimmen, sich so übertrieben hoffnungsvoll in meiner Stimmung anhören. Ihr habt ja keine Ahnung denke ich dann. Ich habe aber gelernt diesen Wunsch nach Ruhe, das alles aufhört immer nur zäh und anstrengend zu sein, als Zeichen zu sehen, dass es mir im Moment nicht gut geht, dass es okay ist mich in mein Schneckenhaus zu verkriechen, dass ich vielleicht eine Weile nichts tun muss, dass auch Ablenken okay ist, Serien gucken, auf dem Handy Spiele spielen. Egal. Das darf sein wenn es einem mies geht. Und wenn es richtig schlimm ist habe ich für mich entschieden es auszusitzen, auf den nächsten Tag verschieben. Weißt du was ich meine? Stimmung und Gefühle verändern sich, sie bleiben nicht konstant so drängend, so unaushaltbar. Alles flacht ab wie eine Welle am Sandstrand. Dessen kann man sich sicher sein, deshalb ist Warten gut. Vorallem abends und nachts sind die Gedanken manchmal besonders fies und unbarmherzig. Drüber schlafen hilft tatsächlich. Zeit schinden. Es ist früh oft nicht mehr ganz so mies. Das verschafft Raum. Zum Luftholen. Zum freundlich mit sich selbst sein. Zum Kuscheltier (Ja, ich habe inzwischen eins.) an sich drücken. Zum in die Decke kuscheln. Ich hab auch keine Ahnung, ob es mal längere Zeiten gibt in denen ich mich wohl fühle, ich zufrieden bin. Vielleicht geht dir das so. Aber zumindest gibt es Strategien für richtig blöde Gefühle und Gedanken. Das ist doch was.
AR.