Im August 2024 wollte ich nicht mehr leben.
Ich war fest davon überzeugt, dass es keinen Ausweg mehr gibt.
Dass mein Schmerz zu groß ist.
Dass die Welt ohne mich besser dran wäre.
Zwei Wochen Koma.
Zwei Wochen zwischen Gehen und Bleiben.
Und danach ein langsames, mühsames Zurückkämpfen ins Leben.
Heute kann ich sagen:
Ich lag falsch!
Nicht, weil plötzlich alles leicht wurde.
Nicht, weil der Schmerz einfach verschwunden ist.
Sondern weil ich begonnen habe, um Hilfe zu bitten.
Und mehr noch – weil ich gelernt habe, diese Hilfe auch anzunehmen.
Weil ich wieder sehen konnte, dass da Menschen sind, die geblieben sind.
Menschen, die mich gehalten haben, selbst als ich mich längst aufgegeben hatte.
Weil ich mir erlaubt habe, nicht die ganze Zukunft auf einmal tragen zu müssen –
sondern nur den nächsten Schritt zu gehen.
Und dann den nächsten.
Manchmal mit Unterstützung.
Manchmal allein.
Aber immer weiter.
Und genau das hat den Unterschied gemacht.
Suizidgedanken sind kein Zeichen von Schwäche.
Sie sind oft ein Schrei nach Entlastung.
Nach Ruhe.
Nach einem Leben, das sich wieder lebenswert anfühlt.
Nach einem Ausweg aus einer Dunkelheit, die endlos erscheint.
Wenn du gerade kämpfst, wenn alles in dir schwer ist und du nicht mehr weiter weißt:
Du bist nicht allein.
Auch wenn es sich so anfühlt, als wärst du vollkommen isoliert mit deinen Gedanken – du bist es nicht.
Es gibt Menschen, die ähnliche Dunkelheit erlebt haben.
Und es gibt Menschen, die dich sehen, dich ernst nehmen und dich halten möchten.
Vielleicht sagt dir deine innere Stimme gerade, dass du eine Last bist.
Dass es einfacher wäre, nicht mehr da zu sein.
Dass sich sowieso niemand wirklich kümmern würde.
Aber diese Gedanken entstehen aus Schmerz.
Aus Erschöpfung.
Aus Überforderung.
Sie sind Ausdruck von Leid – nicht von Wahrheit.
Schmerz kann laut sein.
Er kann alles übertönen.
Doch er entscheidet nicht über deinen Wert.
Bitte bleib.
Auch wenn du es nur von Minute zu Minute schaffst.
Du musst nicht wissen, wie morgen wird.
Es reicht, jetzt zu bleiben.
Zu atmen.
Einen kleinen nächsten Schritt zu gehen.
Manchmal ist es schon ein Schritt, jemandem zu schreiben.
Eine Nummer zu wählen.
Oder laut zu sagen:
„Ich schaffe das gerade nicht allein.“
Es gibt Menschen, die dich halten wollen –
auch wenn du das im Moment nicht glauben kannst.
Menschen, die zuhören, ohne zu urteilen.
Die mit dir durch diese Phase gehen.
Du musst da nicht alleine durch.
Du bist wichtig.
Dein Leben ist wichtig.
Auch wenn du es gerade nicht fühlen kannst.
Indra