Hey Du,
manchmal ist’s doch einfach nur scheußlich, oder? Darf ich mich einen Moment zu Dir setzen?
Ich werd‘ Dir auch nicht sagen, was Du alles können müssen solltest. Oder sein solltest. Ich bin einfach mit Dir hier, damit Du nicht alleine hier bist.
Wahrscheinlich kannst Du’s schon gar nicht mehr hören, dieses „Du bist nicht allein!“. Ich kann’s verstehen. Nicht genau, wie es sich für Dich anfühlt oder anhört, aber irgendwo kann ich’s verstehen.
Deswegen lass‘ es mich anders ausdrücken: Ich bin einfach mit Dir hier, damit Du nicht alleine alleine sein musst.
Wenn Du magst, kreuze ich meinen imaginären kleinen Finger über Deinen, während Du neben mir bist und einfach existierst. Vielleicht kannst du Dir vorstellen, wie er sich anfühlt, dieser kleine Finger über Deinem. Vielleicht auch nicht, und das wäre auch okay – weil ich sehe, wie hart Du kämpfst, wie viel Kraft Du aufwendest, um einfach nur diese Zeilen zu lesen.
Das ist beeindruckend. Du bist es. Beeindruckend.
Wenn alles in Watte ist und jeder Schritt sich anfühlt, wie durch Schlamm zu waten. Wenn das Atmen so viel Energie kostet, das Aufstehen ein Kampf ist. Wenn dieses Alleinsein so profund wird und laut.
Gerade da, hier, ist es beeindruckend, was Du leistest, indem Du liest. Versuchst, zu hören und zu atmen.
Es tut mir so Leid, wie hart es ist.
Ich seh‘, was Du leistest.
Indem Du einfach nur liest.
Ich bin unglaublich stolz auf Dich.
Alex