Lieber Mensch,
ich schreibe dir aus meiner eigenen Erfahrung. Ich kenne Depressionen.
Ich kenne diese Schwere, dieses ständige Zweifeln, dieses Gefühl, nicht genug zu sein oder keinen Platz zu haben.
Es gibt Tage, an denen ich selbst kaum etwas Helles sehen kann. An denen sich alles eng und hoffnungslos anfühlt.
Und dann gibt es diese anderen Momente.
Sie waren nicht viele, nicht verlässlich, aber sie waren da und wurden stetig mehr.
In ihnen spüre ich, dass ich mehr bin als meine dunkelsten Gedanken. Ich merke, dass ich Tiefe habe, dass ich fühlen kann, dass genau darin auch etwas Wertvolles liegt und das ich etwas bewegen kann. Die Welt oder den Fleck an dem ich lebe zu einem schöneren Ort verhelfen kann.
Nur sehe ich das eben nicht immer.
Ich habe für mich erkannt, dass gerade dieses tiefe Fühlen und Denken auch eine Stärke sein kann, auch wenn es sich oft wie eine Last oder Leere anfühlt.
Ich glaube, dass Menschen wie wir viel bewirken können, gerade weil wir verstehen, wie sich Schmerz anfühlt.
Ich will nichts schönreden. Kenne die Anstrengung. Aber ich halte mich selbst immer wieder an diesen hellen Momenten fest, weil sie mir zeigen, dass da mehr ist.
Mehr als die Depression. Mehr als die Zweifel.
Mittlerweile bin ich im festen Glauben, dass jeder Mensch gebraucht wird.
Ich glaube das sogar über mich, selbst wenn es wieder anfängt schwerer zu werden.
Und auch du schaffst das, weil wir uns doch auf gewisse Art ähneln.
Halte durch!
Jens