Lieber Mitmensch,

zuallererst möchte ich Dir sagen, dass ich Dich verstehe. Ich kenne Dich und deine Sorgen nicht, deshalb finde ich es nicht einfach, die passenden Worte zu wählen, denn mir ist es ganz wichtig, dass Du Dich verstanden und ernstgenommen fühlst. Aus eigenen schwierigen Phasen weiß ich, dass auch gut gemeinte Worte manchmal wunde Punkte treffen können und es sich nicht gut anfühlt, wenn der Eindruck entsteht, dass eine andere Person die eigenen Sorgen kleinredet. Deshalb möchte ich Dir sagen: Es ist okay, wenn es dir gerade nicht gut geht. Du hast ein Recht darauf, Dich um Dich und Deine Bedürfnisse zu kümmern, Du musst deine Sorgen nicht vor anderen verstecken und auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen anderen gegenüber haben. Ich habe großen Respekt gegenüber Deinen Gedanken und weiß, dass es sich manchmal einfach anfühlt, als könne man nicht mehr weitermachen, auch, wenn es auf Außenstehende nicht so wirken mag.

Dennoch wünsche ich Dir von ganzem Herzen die Zuversicht, dass sich die Dinge ändern und Du wieder Freude im Leben findest. Ich wünsche Dir, dass sich Lösungen für Deine Probleme ergeben, dass Du den Mut hast, weiterzumachen und die Kraft und die Energie findest, weiter einen Fuß vor den anderen zu setzen und einen Tag nach dem anderen anzupacken, und dass jeder einzelne Tag ein bisschen besser wird, ein bisschen mehr Licht in Dein Leben bringt.

Ich zähle ein paar Dinge auf, die mir ein schweren Phasen helfen. Mir ist bewusst, dass das für alle Menschen unterschiedlich ist (und manches vielleicht auch ein bisschen nach Klischee klingt), aber vielleicht ist ja was dabei, was Dir auch guttut. Den Rest kannst Du ignorieren.
– Raus in die Natur gehen, auch wenn es nur ein kleiner Spaziergang ist.
– Mit jemandem Reden. Es hilft mir unglaublich, die Spirale negativer Gedanken in meinem Kopf zu durchbrechen, wenn ich mich mit anderen austauschen kann. Ich rufe jemanden an oder schreibe jemandem. Manchmal schicke ich die Nachricht auch gar nicht ab, aber es hilft mir, mir meine Sorgen von der Seele geschrieben zu haben.
– Ich mache meine Lieblingsmusik an und singe laut mit und tanze durch die Wohnung.
– Ich plane eine Unternehmung in der Zukunft (einen Besuch im Theater oder Kino, ein Konzert, eine Wanderung, ein Essen, ein Treffen mit lieben Menschen…) auf die ich mich freuen kann. Die Aussicht und Vorfreude darauf helfen mir oft durch schwierige Zeiten und sind ein Strohhalm, an den ich mich klammern kann.

Wer auch immer Du bist, was auch immer Dich gerade umtreibt, ich sende Dir aus tiefstem Herzen eine Umarmung und ein Lächeln und möchte, dass Du weißt, dass Du wertvoll bist und wir Dich hier in unserer Gemeinschaft brauchen.

Deine Anne

Hilf uns, mehr Menschen zu erreichen: