Liebe Menschen,
ich möchte euch von einem Erlebnis berichten:
Eines nebeligen Wintertages ging meine Freundin mit mir in einem Wintersportgebiet spazieren. Ich war nicht sehr trittsicher, hatte von eh und je her Knieprobleme und war am Ende der Wanderung ziemlich müde. Auf einem Hügel, 300 Meter Luftlinie vor unserer Unterkunft, stellten wir fest, dass wir uns verlaufen hatten: Zwischen uns und unserem Ziel lag die von Sportlern bevölkerte Skipiste! Wir fanden einen Alternativweg, und so quälte ich mich mit der Hilfe meiner Freundin einen rutschigen eisglatten Hang hinunter in der Hoffnung, endlich nach Hause zurück kehren zu können. Wir landeten am Fuße des Hügels neben der Skipiste, aber kein Weg für Fußgänger weit und breit! Die ersten Häuser unserer Ferienhaussiedlung waren in Sichtweite – für uns unerreichbar!
Meine Energiereserven waren erschöpft, und so war mein Mut! Ich bin eben ein sehr vorsichtiger, manchmal ängstlicher Typ. Auf der Piste fuhren alle geschäftig an uns vorbei, ohne unsere Not zu bemerken. Meine Freundin suchte verzweifelt nach Auswegen, ich war den Tränen nahe. Den Hügel würde ich nicht wieder hochklettern können!
Da erreichte uns eine Gruppe von Skifahrern: Zwei Skilehrer und ein Dutzend Kinder in neongelben Westen. Sie bildeten einen Konvoi – ein Skilehrer links, die andere Skilehrerin rechts, die Kinder schirmten uns hinten ab. Wir fühlten uns geborgen, waren erleichtert; denn so erreichten wir sicher die andere Seite.
Durch dieses Erlebnis wurde uns klar: Auch wenn scheinbar alle uns umgebenden Menschen unsere Not nicht sehen – irgendwo taucht jemand auf, der sie sieht, der sich kümmert, uns eine helfende Hand reicht!
Wir dürfen nur den Mut nicht verlieren!
Barbara