Brief an dich, der gerade kämpft

Hey du,

ich weiß nicht, wer du bist.
Ich weiß nicht, wo du gerade sitzt, was du durchmachst oder wie laut deine Gedanken sind.
Aber ich weiß, dass du gerade diesen Brief liest – und das allein sagt mir eine Menge.

Es sagt mir, dass du noch da bist.
Noch atmest.
Noch suchst.

Und auch wenn es sich vielleicht nicht so anfühlt:
Das ist mutig.

Ich will dir nichts vormachen.
Ich weiß, wie schwer das Leben sein kann. Wie Tage sich anfühlen können wie Beton.
Wie Gedanken sich anfühlen können wie Sturm.
Wie still der Schmerz manchmal ist.

Vielleicht fragst du dich, warum du noch da bist.
Vielleicht hast du das Gefühl, alles sei zu viel.
Vielleicht tut einfach alles nur noch weh.

Ich kenne diese Dunkelheit.
Nicht deine, aber meine.
Und ich will dir sagen: Es gibt Wege daraus. Nicht heute vielleicht. Nicht sofort. Aber sie sind da.

Du musst heute nicht alles schaffen.
Du musst niemandem etwas beweisen.
Du musst nicht stark sein.

Es reicht, wenn du atmest.
Es reicht, wenn du bleibst.

Ich weiß, das klingt klein. Aber bleiben ist manchmal das Mutigste, was ein Mensch tun kann.

Du bist kein Fehler.
Du bist kein Problem.
Du bist ein Mensch.

Und ja, ich weiß, das klingt nach einem Kalenderspruch – aber ich meine es ernst:
Du darfst hier sein.

Mit deinen Gedanken.
Mit deinem Schmerz.
Mit deiner Geschichte.

Vielleicht glaubst du gerade nicht an morgen.
Dann reicht es, wenn du dich heute an meiner Hoffnung festhältst. Nur für einen Moment.

Ich bin stolz auf dich, dass du diesen Brief liest.
Und ich wünsche dir von Herzen, dass du bleibst.

Du bist nicht allein.

Roswitha Böhm (Gedankenteiler)

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